12.07.2012 - Pressemitteilung
Die Regionalgalerie Südhessen im Regierungspräsidium Darmstadt, Luisenplatz 2, präsentiert am kommenden Donnerstag (19.) um 18 Uhr die Ausstellung ELDORADO mit Ölmalerei der Frankfurter Künstlerin Tatiana Urban. Eröffnet wird die Ausstellung von Regierungspräsident Johannes Baron, die Laudatio für die Künstlerin hält Dr. Peter Joch, Direktor der Kunsthalle Darmstadt. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog zu 10 Euro.
Die Ausstellung ist zu sehen bis zum 14. September 2012 montags bis donnerstags zwischen 8 und 17 Uhr und freitags zwischen 8 und 15 Uhr. Der Eintritt ist frei. Zusätzlich können sich Interessierte am 16. August ab 18 Uhr in der Regionalgalerie an Kunst und Konzert erfreuen mit einer Führung durch Dr. Peter Joch, die Künstlerin Tatjana Urban und an einem Live-Konzert mit der Band Earl Hoon. Auch hier ist der Eintritt frei! Weitere Infos, den Katalog zum Download und die Online-Anmeldung zur Ausstellung gibt es unter: www-rp-darmstadt.hessen.de und unter der Rufnummer Telefon 06151 12 6163.
Ein Auszug aus den Katalogtexten von Dr. Joch: Die in den 1910er Jahren erfundene Geschichte des Tarzan, der im Laufe der Zeit einen ähnlichen medialen Siegeszug wie beispielsweise Superman antrat, ist sicher eine der populärsten "Back to nature"-Stories des 20. Jahrhunderts schlechthin. Sie präsentiert einen unverbildeten, ethisch hochstehenden Natur-Menschen, der sozusagen eine Antwort auf die komplexe, sich unentwegt fortentwickelnde - und intrigante - Zivilisation darstellt. Tatiana Urban nimmt die Tarzan-Geschichte als Beispiel für triviale und sentimentale Pseudo-Zivilisationskritik und entlarvt sie mit dem Edlen Wilden in Plastikverpackung auf ironische Weise wortwörtlich als Maskerade und Illusion.
Im Gemälde entsteht dabei eine verwirrende Bildgeschichte, die naheliegende Assoziationen aushebelt: Trainiert durch einschlägige Pressebilder, denkt der zeitgenössische Betrachter beim Anblick eines Schutzanzugs natürlich sofort an eine Umweltkatastrophe, vor der sich der Mensch zu schützen sucht. Im Bild jedoch ist von einer solchen Katastrophe überhaupt nichts zu erkennen. Die Natur grünt und gedeiht prächtig.
Damit verlagert sich das Motiv der Bedrohung: Der Held scheint sich nunmehr vor einer beängstigenden Natur schützen zu müssen. Tatiana Urban lässt die Natur ihre sprichwörtliche Unschuld verlieren - und stellt so mit bildnerischer Ironie ein zentrales Thema der Romantik auf den Kopf. ... Die Natur erscheint wie ein geheimnisvolles Land, das, genauso wie das legendäre "El Dorado", das der Ausstellung den Namen lieh, immer wieder neu gesucht, aber nie definitiv verortet werden kann. Tatiana Urban schreibt damit der Natur sowohl im Sinne der alten Romantik wie aktueller Diskussionen um den Erhalt der Umwelt eine Kraft zu, die jede Reduktion auf eine Rolle als Kulisse sprengt.
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